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Gerichtsvollzieher

Inhalt

  • Berufsbild
  • Ausbildung für externe Bewerber (m/w/d)
  • Umschulung für Beamte des mittleren Justizdienstes

 

 

I. Berufsbild

Die Gerichtsvollzieher sind für einen Großteil der Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, also der zwangsweisen Durchsetzung gerichtlicher Urteile und Beschlüsse zuständig.

Ihr Tätigkeitsfeld umfasst neben der Pfändung und Versteigerung von beweglichen Vermögen (z.B. Möbel, Kraftfahrzeuge und Schmuck) auch die zwangsweise Räumung von Wohnungen und Grundstücken sowie die Abnahme der Vermögensauskunft. Sie sind auch für gütliche Einigungen wie z.B. die Vereinbarung von Ratenzahlungen und der Zustellung von Pfändungs- und Vollstreckungsbescheiden zuständig.

Die Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher arbeiten eigenständig. Sie haben ihr eigenes Büro und können sich ihre Termine selbst einteilen. Sie unterstehen jedoch der Dienstaufsicht des zuständigen Amtsgerichts.

Die Laufbahn des Gerichtsvollziehers ist eine Sonderlaufbahn des mittleren Justizdienstes, die eine zusätzliche Ausbildung erfordert.

II. Ausbildung für externe Bewerber (m/w/d)

1. Zulassungsvoraussetzungen

Bewerber, die keine Laufbahnbefähigung für den mittleren Justizdienst besitzen, können an der Ausbildung zum Gerichtsvollzieher teilnehmen.

Zur Ausbildung kann somit zugelassen werden, wer

1.    einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene für die Laufbahn qualifizierende Berufsausbildung oder einen Hauptschulabschluss und eine Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweisen kann und

2.    eine für den Gerichtsvollzieherdienst förderliche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung in diesem Beruf (z.B. Justizfachangestellte, Rechtsanwalts- oder Notarfachangestellte, Bank-/ Versicherungskaufleute, andere kaufmännische Ausbildungen) vorweisen kann,

3.    den körperlichen, gesundheitlichen und persönlichen Anforderungen des Gerichtsvollzieherdienstes entspricht und

4.    in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt.

Ferner werden erwartet:

1.    die Berechtigung und Befähigung zum Führen von Kraftfahrzeugen der Führerscheinklasse B (Personenkraftwagen) sowie der Besitz eines Kraftfahrzeuges,

2.    Grundkenntnisse zur Benutzung von Windows und Microsoft Office (insbesondere Word, Excel, Outlook),

3.    Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen,

4.    Flexibilität, Entschlusskraft und Konfliktfähigkeit,

5.    starke Persönlichkeit mit einem hohen Maß an Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit,

6.    Kommunikationsstärke und sicheres Auftreten,

7.    Organisations- und Planungsvermögen sowie

8.    Fortbildungsbereitschaft.

 

2. Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 24 Monate und gliedert sich

1.    in die vorbereitende Ausbildung, die mindestens fünf und höchstens sechs Monate dauert und am 15. April des Jahres, unmittelbar vor der anschließenden Gerichtsvollzieherausbildung, beginnt und die der Feststellung der grundsätzlichen Eignung der Bewerber dient und

2.    die achtzehnmonatige Gerichtsvollzieherausbildung, die regelmäßig am 15. Oktober des Jahres beginnt. Diese umfasst:

a.    die praktische Ausbildung von mindestens neun Monaten

b.    die fachtheoretische Ausbildung von mindestens sechs Monaten.

 

Die vorbereitende Ausbildung umfasst einen viermonatigen fachtheoretischen Ausbildungsabschnitt an der Bayerischen Justizakademie Pegnitz und jeweils einen fachpraktischen Ausbildungsabschnitt zu Beginn der Ausbildung (zwei Wochen) und zum Ende der Ausbildung (sechs Wochen) in Sachsen-Anhalt.

Die darauffolgende Gerichtsvollzieherausbildung dauert achtzehn Monate und gliedert sich in folgende Abschnitte:

1.    einführende Ausbildung bei einem Gerichtsvollzieher,

2.    fachtheoretischer Lehrgang A,

3.    praktische Ausbildung I,

4.    fachtheoretischer Lehrgang B,

5.    praktische Ausbildung II und

6.    fachtheoretischer Lehrgang C (Schlusslehrgang).

Das Nähere regelt der Rahmenstoffplan.

Die praktische Ausbildung wird in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Die theoretische Ausbildung findet gemeinsam mit den Gerichtsvollzieherbewerbern der Freistaaten Bayern, Sachsen und Thüringen an der Bayerischen Justizakademie in Pegnitz statt.

 

3. Rechtsstellung

Die externen Bewerber werden unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf eingestellt. Sie führen die Dienstbezeichnung „Gerichtsvollzieheranwärterin“ oder „Gerichtsvollzieheranwärter“ (Anwärtergrundbetrag A 5 bis A 8 in Höhe von 1.258,94 EUR, Stand: 01.01.2020).

Nach bestandener Prüfung können die Beamten im Gerichtsvollzieherdienst verwendet werden. Sie werden zum Beamten auf Probe ernannt. Die regelmäßige Probezeit beträgt drei Jahre. Zeiten einer hauptberuflichen Tätigkeit können auf die Probezeit angerechnet werden. Die Ernennung zum Gerichtsvollzieher erfolgt frühstens, nachdem der Beamte mindestens ein Jahr nach der Prüfung selbstständig im Gerichtsvollzieherdienst tätig gewesen ist und die Probezeit abgelaufen ist.

Beförderungsämter im Gerichtsvollzieherdienst sind:

·         Obergerichtsvollzieher/-in (BesGr A9)

·         Obergerichtsvollzieher/-in mit Zulage (BesGr A9Z)

Beamten stehen jährlich 30 Tage Erholungsurlaub unter Fortgewährung der Bezüge zu.

 

4. Bewerbung

Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 31.01. des Jahres für eine bedarfsorientierte Einstellung zum 15.04 des Jahres an:

Herrn Präsidenten des Oberlandesgerichts Naumburg
Kennwort: Gerichtsvollzieher/in
Domplatz 10
06618 Naumburg
oder per E-Mail: olg@justiz.sachsen-anhalt.de

Dem handschriftlich unterzeichneten Bewerbungsschreiben sollten folgende Unterlagen beigefügt werden:

 

1.    ein unterzeichneter tabellarischer Lebenslauf,

2.    der Nachweis des höchsten Schulabschlusses,

3.    Nachweise über etwaige berufliche Tätigkeiten / Ablichtung Arbeitszeugnis,

4.    Postanschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

 

Eingereichte Bewerbungsunterlagen werden nur dann zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter und an den Bewerber adressierter Briefumschlag eingereicht wird.

III. Umschulung von Beamten des mittleren Justizdienstes

1. Zulassungsvoraussetzungen

Beamte des mittleren Justizdienstes können zur Teilnahme an der Gerichtsvollzieherausbildung einschließlich Laufbahnprüfung für den Gerichtsvollzieherdienst umgeschult werden. Die achtzehnmonatige Gerichtsvollzieherausbildung umfasst eine praktische Ausbildung von mindestens neun Monaten und eine fachtheoretische Ausbildung von mindestens sechs Monaten.

Somit kann zugelassen werden, wer

1.    die Befähigung für die Laufbahn des mittleren Justizdienstes erworben hat,

2.    die Probezeit erfolgreich absolviert hat

3.    nach seiner Persönlichkeit und den bisherigen Leistungen für die besonderen Anforderungen des Gerichtsvollzieherdienstes geeignet ist,

4.    die erforderliche gesundheitliche Eignung besitzt und

5.    in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt

Sofern ein erhebliches dienstliches Interesse an der Gewinnung weiterer Bewerber besteht, so kann abweichend von den oben gemachten Ausführungen auch zugelassen werden, wer mindestens 20 Monate der Probezeit absolviert hat und dessen fachliche Bewährung sowie persönliche Eignung bezüglich der Anforderungen der Laufbahn des mittleren Justizdienstes bereits zu diesem Zeitpunkt im Sinne von § 7 der Laufbahnverordnung festgestellt werden kann.

Ferner werden erwartet:

1.    die Berechtigung und Befähigung zum Führen von Kraftfahrzeugen der Führerscheinklasse B (Personenkraftwagen) sowie der Besitz eines Kraftfahrzeuges,

2.    Grundkenntnisse zur Benutzung von Windows und Microsoft Office (insbesondere Word, Excel, Outlook),

3.    Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen,

4.    Flexibilität, Entschlusskraft und Konfliktfähigkeit,

5.    starke Persönlichkeit mit einem hohen Maß an Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit,

6.    Kommunikationsstärke und sicheres Auftreten,

7.    Organisations- und Planungsvermögen sowie

8.    Fortbildungsbereitschaft.

 

2. Ablauf der Umschulung

Die Ausbildung für den Gerichtsvollzieherdienst dauert achtzehn Monate und beginnt regelmäßig am 15. Oktober. 

Sie gliedert sich in folgende Abschnitte:

1.    einführende Ausbildung bei einem Gerichtsvollzieher,

2.    fachtheoretischer Lehrgang A,

3.    praktische Ausbildung I,

4.    fachtheoretischer Lehrgang B,

5.    praktische Ausbildung II und

6.    fachtheoretischer Lehrgang C (Schlusslehrgang).

Das Nähere regelt der Rahmenstoffplan.

Die praktische Ausbildung wird in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Die theoretische Ausbildung findet gemeinsam mit den Gerichtsvollzieherbewerbern der Freistaaten Bayern, Sachsen und Thüringen an der Bayerischen Justizakademie in Pegnitz statt.

3. Rechtsstellung

Die zur Gerichtsvollzieherausbildung zugelassenen Bewerber verbleiben bis zur Verleihung eines Amtes im Gerichtsvollzieherdienst in ihrer bisherigen Rechtsstellung und führen auch ihre bisherige Amtsbezeichnung oder ihre Dienstbezeichnung weiter. Sie erhalten die Besoldung und Dienstbezüge, die sie zuletzt bezogen haben.

Nach bestandener Prüfung können die Beamten im Gerichtsvollzieherdienst verwendet werden. Die Ernennung zum Gerichtsvollzieher (Besoldungsgruppe A 8) erfolgt frühstens, nachdem der Beamte mindestens ein Jahr nach der Prüfung selbstständig im Gerichtsvollzieherdienst tätig gewesen ist.

Weitere allgemeine Informationen

Über diesen Link gelangen Sie zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Den Text der AV über die Qualifizierungsmaßnahmen für Angestellte zur Erlangung der Befähigung für den Gerichtsvollzieherdienst finden Sie über diesen Link.

Über diesen Link erhalten Sie Informationen zum Gerichtsvollzieherwesen und einen Zwangsvollstreckungsauftrag.